Dachauerstr

Valentin Hammelmann

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Dachauerstr

Es ist so, dass ich mit der Fähigkeit geboren wurde, das Schlechte zu sehen. Das heißt nicht, dass ich unglücklich bin – aber ich brauche einen Ort, an den ich damit gehen kann. Dieser Ort ist meine Kunst.

Meine Arbeit beginnt mit einem großen Meer aus Dingen, über die keiner spricht. In dieser Pampe kann ich inzwischen ganz gut schwimmen. Manchmal tauche ich auch in ihr ab. Da stoße ich dann auf äußerst merkwürdige Wesen: manche wunderschön, einige mit Fangzähnen, andere ganz glitschig und kaum zu greifen.

Wenn ich zu tief tauche, wird es auch mal ziemlich düster. Das beste Mittel, das ich bisher gefunden habe, um diese Finsternis zu ertragen, ist die Ironie. So bewegt sich mein Schaffen immer auf einem sehr schmalen Grat zwischen purer Ernsthaftigkeit und großem Witz.

Mir ist es wichtig zugängliche Kunst zu machen. Ich will verstanden werden. Darum liebe ich den Film so sehr. Aber ich probiere mich auch immer wieder aus, entdecke neues und ganz anderes. Das macht Spaß.

Ich liebe das Widersprüchliche, das Große im Kleinen und das Schöne im Hässlichen. Ich mag es, Fragen zu stellen, auf die es keine Antworten gibt. Ich will kleine Dinge groß machen. Ich will Bedeutung schaffen. Und ich will mal ans Meer fahren und die Wellen filmen.

Bild 1: Portrait
Bild 2: Familie, 55 x 2 x 21 cm, Soundinstallation, 2025
Bild 3: DIE ERFINDUNG DES SCHUHS, 4 min. Kurzfilm, 2026
Bild 4: Ich werfe Klopapier aus dem Fenster meines Ateliers, Performance, 2026
Bild 5: GEDANKEN EINES BALLES, 3 min. Kurzfilm, 2025
Bild 6: ROT, 3 min. Kurzfilm, 2025

 

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